Diesmal im Interview mit der Schülerzeitung der Jugendsozialarbeiter Andreas Thomforde am Schulzentrum Süd. Neben den Beratungslehrern steht er euch mit Rat und Tat zur Seite und hat immer ein offenes Ohr. 

Wie? Was? Wo? Wann? Erfahrt ihr in diesem Artikel!


Jule: Hallo Herr Thomforde. Herzlich willkommen zu unserem Interview. Ich fange gleich mal mit der ersten Frage an und zwar was sind Ihre Aufgaben als Jugendsozialarbeiter an unserer Schule?

Andreas Thomforde: Hallo, ich bin Sozialpädagoge und als Jugendsozialarbeiter an Schulen Angestellter der Hansestadt Buxtehude. Seit Februar 2019 bin ich am Schulzentrum Süd tätig und biete viel einzelfallbezogene Hilfen und Beratungen an. Ansonsten betreue ich ab und zu noch eine AG, leiste Präventionsarbeit unter anderem in Kooperation mit Lichtblick e.V oder gestalte Schultage für jüngere Jahrgänge. All das war und ist teilweise durch Corona leider nur schwer oder auch gar nicht möglich.

J: Das hört sich nach einer ganzen Menge an. Wer kann sich grundsätzlich alles bei Ihnen melden falls Gesprächsbedarf besteht? 

A.T.: Grundsätzlich habe ich für alle Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern bezogen auf das Schulzentrum Süd ein offenes Ohr. Wenn eine Person von einer anderen Schule aus Buxtehude zur mir käme, würde ich diese aber nicht wegschicken. Ein Bezug zur Stadt Buxtehude bzw. den Schulen im Stadtgebiet sollte allerdings schon gegeben sein. Anderseits sind andere Kommunen oder Schulen zuständig.

J: Das ist verständlich. Wie kann man Sie denn erreichen? 

A.T.: Ich bin telefonisch oder per E-Mail zu erreichen, wobei es telefonisch immer etwas schwierig ist, da ich oftmals in Gesprächen bin. Mein favorisierter Weg der Kontaktaufnahme ist daher über E-Mail. Dort versuche ich auch relativ schnell zu antworten. 

J: Kann man auch einfach persönlich vorbeizuschauen? 

A.T.: Ja, das geht natürlich auch. Am Gymnasium habe ich meine offene Sprechzeit montags von 11:20 – 13:00 Uhr, in der man auch einfach so in den Raum 208 kommen kann.

J: Das kann ich mir gut vorstellen. Mit welchen Anliegen kann man sich überhaupt an Sie wenden oder sind dem keine Grenzen gesetzt?

A.T.: Eigentlich kann man sich mit allen Problemen an mich wenden. Ich habe hier mal einiges aufgelistet, was für mich so alltäglich ist. Dazu zählen unter andrem Themen, wie Schulangst, Prüfungsangst, Leistungsdruck oder auch Schulabsentismus.

J: Darf ich fragen, was genau Schulabsentismus heißt?

A.T.: Schulabsentismus ist unrechtmäßiges Versäumen von Unterricht. Das kann verschiedenste Gründe haben. Beispielsweise kann Schulangst oder auch eine Gaming-Sucht die Ursache hierfür sein. Das ist unter anderem auch ein Thema, mit dem ich in meinen Job häufig konfrontiert werde, genau wie mit Suchtproblemen, Trauerfällen, Rassismus, sexualisierter Gewalt, Konflikten mit Mitschüler*innen, Lehrkräften, Eltern oder Freunden. Dabei müssen es nicht zwingend Probleme sein, die innerhalb der Schule auftreten, sondern es können auch Probleme von außerhalb sein. Der private Bereich gehört genauso dazu, wie der schulische. So kommt es beispielsweise insbesondere in den jüngeren Jahrgängen öfter vor, das Schüler*innen Probleme haben, sowohl in der Schule, als auch außerhalb Freunde zu finden. Hier könnte ich dann meine Unterstützung anbieten.

J: Diese Problematik hat sich durch Corona sicherlich noch verstärkt.

A.T.: Das stimmt. In letzter Zeit gab es auch vermehrt Probleme mit dem Homeschooling. 

J: Das hört sich sehr vielschichtig an. Wenn man nun einen Termin bei Ihnen hat, wie läuft ein solches Gespräch ab?

A.T.: Zu Beginn des Gespräches stelle ich mich einmal vor, informiere über meine Tätigkeit und Zuständigkeit. Was ganz wichtig ist, was ich auch immer erwähne, dass ich der Schweigepflicht unterliege. Das heißt, alles was während des Gespräches besprochen wird, bleibt im Raum. Ich spreche mit niemandem darüber, es sei denn ich werde ausdrücklich darum gebeten und bekomme von dem/der Klient*in den Auftrag, beispielsweise mal mit einer Lehrkraft zu sprechen. Eine andere Ausnahme ist, wenn eine Gefahrensituation vorliegt. In einem solchen Fall bin ich dazu verpflichtet, es entsprechend weiter zu geben und zu handeln. Das Gespräch startete dann in der Regel so, dass ich Frage, wo das Problem liegt und die Schüler*innen fangen einfach an zu erzählen. Ich höre mir zunächst dann alles an. Meistens ergeben sich für mich aus den Schilderungen Fragen, und hier ist es ganz wichtig, dass die Schüler*innen nur zu antworten brauchen, wenn sie es möchten. Es ist überhaupt kein Problem, wenn jemand sagt: „Darüber möchte ich nicht sprechen.“ Dann bohre ich auch nicht weiter nach, sondern versuche gute Tipps zu geben, lösungsorientiert zu arbeiten und Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. 

J: Kann man auch sagen, dass Ihre Möglichkeiten in gewisser Weise begrenzt sind, bzw. kommt es vor, dass Sie bei Problemen mal nicht weiterhelfen können? 

A.T.: Ja, an manchen Stellen endet ganz einfach meine Kompetenz. Ich bin Sozialpädagoge und kein Psychologe, der in manchen Problemlagen sicher besser weiterhelfen kann, als ich es könnte. Manchmal macht es auch Sinn eine spezielle Beratungsstelle zu empfehlen, wenn ich selber an meine Grenzen stoße und meine Expertise nicht ausreicht. In solchen Fällen nehme ich quasi eine Lotsenfunktion ein, kann Kontakte herstellen oder Termin für die betroffene Person ausmachen. Dabei handelt es sich aber lediglich um freiwillige Angebote: Die Betroffenen entscheiden grundsätzlich selbst, welche Hilfe und Unterstützung in Anspruch genommen wird.

J: Hören Sie trotzdem mal von Leuten, die wieder auf Sie zukommen und sagen, dass Ihre Hilfe ihnen geholfen hat? 

A.T.: Eine Art Feedback?

J: Ja zum Beispiel. 

A.T.: Generell begleite ich den weiteren Verlauf der Personen, bei denen ich von der Lotsenfunktion Gebrauch gemacht habe. Wenn ich Feedback bekomme, was eher bei älteren Schüler*innen der Fall ist, freue ich mich sehr. Manchmal reicht es auch einfach, von einer Lehrkraft eine Rückmeldung zu kriegen, dass es jetzt gut läuft. 

J: Über positives Feedback freut sich sicher jeder.

A.T.: Bei meinem Beruf ist es eben wichtig, dass ich mir nicht etwas anmaße und meine, ich könne jedem helfen. Ab einem gewissen Grad endet meine Kompetenz. Da müssen dann andere weiterhelfen.

J: Grundsätzlich sind Sie quasi die erste Anlaufstelle? 

A.T.: Das trifft es gut. Genauso kann man meine Hilfe gerne in Anspruch nehmen und so wird sie bereits schon vielfach angenommen.

J: Das ist doch immer schön zu hören. Meine Fragen sind beantwortet. Gibt es von Ihrer Seite aus noch etwas Wichtiges zu erwähnen? 

A.T.: Durch Corona war ich nun eine lange Zeit eher sporadisch hier an der Schule. Zwar habe durchgängig Schüler*innen betreut und beraten, aber überwiegend online oder telefonisch. Jetzt freue ich mich natürlich wieder, persönlich hier sitzen zu dürfen, wodurch es Schüler*innen leichter fällt, mich aufzusuchen. Die Zeit im Homeoffice war für mich auch nicht immer ganz leicht, aber umso schöner ist es, jetzt wieder vor Ort da zu sein. 

J: Dann vielen Dank für Ihre Zeit und das Interview! 

A.T.: Danke, dass ich da sein durfte!


Bei weiteren Fragen oder Gesprächsbedarf könnt ihr euch jederzeit an Herrn Thomforde wenden unter der Telefonnummer 04161 501-5193 oder per E-Mail unter jugendsozialarbeit@stadt.buxtehude.de.

Von Jule H.

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